Risiken beim Spekulieren mit Kryptowährungen

Das Spekulieren mit Kryptowährungen ist mit hohen Risiken verbunden. Die wichtigsten sind:

  • Fehlerfreie Software gibt es nicht. Sowohl die Technik hinter Kryptowährungen, wie auch die Wallets sind von Menschen programmiert und können dadurch Fehler enthalten. Diese Fehler können z.B. dazu führen, dass sich Angreifer Zugriff zu den Währungen verschaffen und diese auf eigene Konten abziehen.
  • Kurssteigerungen können nicht garantiert werden. Keiner kann garantieren, dass der Wert einer Kryptowährung stabil bleibt oder immer steigt.
  • Kryptowährung wird eingestellt oder nicht mehr unterstützt. Die meisten Kryptowährungen sind von Nodes/Peers/Servern abhängig, damit diese funktionieren. Stellen die Betreiber (oder bei OpenSource-Projekten die Community) keine dieser zentralen Elemente mehr zur Verfügung, ist es nicht mehr möglich diese Kryptowährung zu verwenden.
  • Gesetzliche Änderungen können das Handeln mit Kryptowährungen verbieten.
  • Eigene Fertigkeiten. Das Spekulieren mit Kryptowährungen kann unter anderem großes technisches Verständnis voraussetzen. Besonders bei Kryptowährungen, die noch im Alpha oder Beta-Stadium sind. Lese dir deshalb immer alle Anleitungen und Infos genau durch und sei dir sicher, dass du sie verstanden hast.
  • Schlüssel verloren. Der Zugriff zu den eigenen Währungen erfolgt über einen Schlüssel/Key/Seed. Wird dieser verloren ist es nicht mehr möglich, auf seine eigenen Kryptowährungen zuzugreifen.
  • Der eigene PC kann gehackt oder mit Viren versucht sein. Diese Kompromittierung kann bedeuten, dass sich Angreifer Zugriff zu den eigenen Coins oder Tokens verschaffen.
  • Neue Technologien, wie Quantenrechner können die Verschlüsselungen unsicher machen. Um einen Schlüssel über Bruteforce (das systematische ausprobieren von Passwörtern) zu ermitteln, dauert es Millionen bis Milliarden oder sogar noch mehre Jahre. Neue Technologien können diese Zeit extrem verkürzen. Viele Entwickler von Kryptowährungen sind sich dessen bewusst und haben dafür bereits Vorkehrungen getroffen. Sie können z.B. die Verschlüsselungstechnologien austauschen oder verwenden Technologien die auch bei Quantenrechner noch sicher sind.
  • Überweisungen/Transaktionen können auf eine falsche Adresse ausgeführt werden. Die Empfangsadressen sind meist lange Zeichenketten. Wird diese Zeichenkette falsch kopiert, beim Abtippen verändert oder durch einen Hack verändert, gehen die Überweisungen entweder auf ein falsches Konto oder ins Nirgendwo. Deshalb diese Adressen doppelt überprüfen.
  • Mögliche ICOs (Initial Coin Offerings) für neue Währungen können nur darauf aus sein, Geld abzugreifen, bieten aber keine Kryptowährung als Gegenwert.

Sind Kryptowährungen nicht in der eigenen Wallet, sondern bei einem Online-Betreiber (Börsen, Online-Wallets, etc.) gelagert, entstehen hierbei zusätzliche Risiken:

  • Dein Account kann gehackt werden (möglicher Schutz: Two-Factor Authentication)
  • Die Plattform kann gehackt werden.
  • Die Betreiber stellen den Service ein und zahlen ihre Kunden nicht aus.
  • Gesetzliche Änderungen schränken die Betreiber ein.

Deshalb gilt: Investiere immer nur so viel, wie du auch bereit bist zu verlieren.

Das Spekulieren mit Kryptowährungen ist steuerpflichtig. Spreche daher mit deinem Steuerberater, was zu beachten ist.

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Cover-Foto von Nicolas Cool

5 thoughts on “Risiken beim Spekulieren mit Kryptowährungen”

  1. Hi Tom,
    erstklassig.
    Ein Glück, dass ich auf Deine Seite gestoßen bin!
    Kurz und knapp, dennoch sehr verständlich.
    Besser geht es nicht.
    Schöne Weihnachten für Dich.
    Frohe Grüße
    Max

    1. Hi Max,

      danke für das tolle Feedback, freut mich sehr

      Dir auch schöne Weihnachten und beste Grüße
      Tom

  2. Sehr geehrter Herr Riedl,
    wie speichere ich am besten die verschiedenen Passwörter, Keys, Phrasen usw. für verschiedene Wallets?
    Z. B. myetherwallet, exodus (?), aber auch andere?
    USB-Stick (defekt, gestohlen, verbrannt usw.?)?
    Und wie ist das eigentlich mit der 2FA?
    Wenn man da das passende Smartphone verliert o. ä., wie kommt man dann an die Exchanges heran?
    ich könnte mir vorstellen, dass man den Support anschreibt, aber die sind ja vollkommen überlastet.
    Bei bittrex warte ich schon seit Wochen auf eine Antwort wegen Accountfreigabe.
    Danke für alles.
    Beste Grüße
    Max

    1. Hallo Max,

      das ist ein sehr umfangreiches Thema und habe dazu auch schon geplant Beiträge zu schreiben. Hoffe, dass ich es über die Weihnachtszeit schaffe

      Vorab kann ich dir schon ein paar Infos geben:
      – Daten, die nur an einer Stelle gespeichert sind, „existieren nicht“. Es kommt häufig vor, dass etwas kaputt oder verloren geht. Deshalb sorge immer dafür, dass du ein Backup hat. Ein Backup kann dabei digital oder auch analog sein.
      – Eine gute Möglichkeit, um Zugangsdaten zu speichern sind Passwort-Manager, wie z.B. KeePass: https://keepass.info/
      – 2FA (TFA oder TOTP) ist super wichtig. Es verhindert den Zugang zu deinen Accounts auch wenn deine Zugangsdaten (Benutzer und Passwort) kompromittiert sind. Beim Erstellen wird dir der initiale Code als QR-Code zum Scannen angezeigt. Dieses Bild kannst du entweder speichern oder abfotografieren. Somit kannst du 2FA jederzeit auf einem anderen Gerät neu einrichten. Gute Portale zeigen den darin enthaltenen Code auch als Text an. Diesen Code speicherst du z.B. in deinem Passwortmanager, idealerweise mit einer TOTP-Unterstützung, wie KeePass mit dem Plugin KeeOtp: https://keepass.info/plugins.html#keeotp

      Mehr detailliertere Informationen und auch Anleitungen, wie man das alles einrichtet kommen dann in den Beiträgen.

      Beste Grüße
      Tom

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